Werte Leserinnen und Leser
Wir sind das Medien-Team mit der Aufgabe, eine Gallus-Doku zu filmen.
Eigentlich wollten wir heute nur eine gemütliche Reportage über den heiligen Gallus drehen. Ein bisschen Stadtführung, ein paar historische Fakten und vielleicht am Schluss noch ein Gipfeli. Doch alles lief ganz anders…
Zu Beginn unseres Drehtages begleiteten wir eine Stadtführung zum Thema Gallus quer durch die Stadt St. Gallen. Unterwegs kamen wir auch am Buchladen Benedikt vorbei, wo sich die Familie Metzger spontan unserer Gruppe anschloss.
Am Klosterplatz angekommen, erzählte uns Frau Schönenberger, unsere Stadtführerin, spannende Geschichten über den Gallusbrunnen. Allerdings konnte sie kaum ihre Sätze beenden, ohne immer wieder von Lara und Joanne Metzger unterbrochen zu werden. Besonders Lara hatte offenbar kein grosses Interesse an Kirchengeschichte. Stattdessen entschied sie sich, für ihren Instagram-Kanal ein Selfie auf dem Brunnen zu machen, und kletterte kurzerhand hinauf. Dabei hat sie versehentlich etwas umgestossen, was einen riesigen Knall verursachte. Darauf geschah das Unfassbare.
Mitten auf dem Platz entstand eine riesige Rauchwolke, und plötzlich trat der einzig wahre, gutaussehende und lebendige Gallus aus dem Rauch hervor, begleitet von seinem treuen Gefährten Hiltibolt. Uns fielen fast die Linsen von den Kameras, als wir das sahen.
Gallus selbst wirkte mindestens genauso überrascht wie wir. Nach einem kurzen Moment der Verwirrung lud er uns aber gelassen in seine Klause ein. Natürlich liessen wir uns diese Gelegenheit nicht entgehen und folgten ihm gespannt in sein bescheidenes Zuhause.
Kaum angekommen, machte es sich Frau Metzger zur Aufgabe, den ersten historischen Benedikt-Pop-up-Store der Region zu eröffnen: den „Gallusmarkt“. Manche behaupten ja, der echte Gallusmarkt in St. Gallen sei hervorragend, aber wir sind ziemlich sicher, dass dort bisher noch kein Heiliger persönlich vorbeigeschaut hat. Selbst Gallus war sichtlich beeindruckt vom Angebot hochwertiger liturgischer Lektüren.
Am Abend wurde es dann gemütlich. Gallus erzählte uns, wie er einst nach St. Gallen gekommen war.
So endete ein Tag, der als gewöhnliche Reportage begann und als vermutlich seltsamste Begegnung in die Geschichte der Gallus-Dokus eingehen wird. Wir bleiben selbstverständlich dran, denn irgendetwas sagt uns, dass dies erst der Anfang war.
Werte Leserinnen und Leser
Nach dem ereignisreichen gestrigen Tag haben wir es heute ein wenig ruhiger angehen lassen.
Da Gallus nach all dieser Zeit nicht so viel Besuch erwartet hat, ist die Klause ein wenig heruntergekommen, und wir haben es auf uns genommen, alles zu renovieren. So haben wir uns aufgeteilt und jeder hat mit angepackt. Nach viel Aufwand haben wir alle Gebäude restauriert und sogar noch aufgehübscht. Wir haben Gallus nach seiner Meinung zum neuen Look der Gebäude gefragt, und er meinte nur, dass diese seit fast 1500 Jahren nicht mehr so gut ausgesehen hätten.
Doch der Neuaufbau konnte nicht vollständig beendet werden, ohne die offizielle Eröffnung des Gallus-Markts. Melanie Metzger hat es geschafft, alles fertig einzurichten, und so machten wir uns auf den Weg zur Einweihung. Das Gallus-Doku-Team war natürlich vor Ort für euch dabei und lasst mich euch sagen: Der Ansturm war riesig! Gallus hat das rote Band durchtrennt, und es brauchte keine Sekunde, bis der Laden pumpenvoll mit kauflustigen Gästen war. Sogar der bescheidene Mönch konnte es sich nicht nehmen lassen, stolz den Laden zu begutachten und durch die Bibliothek zu stöbern. Unserem Team war es kaum möglich, den Laden heute zu filmen, da er von Eröffnung bis zur Schliessung ununterbrochen voll mit Gästen war und sich draussen eine lange Schlange bildete. Doch nach dem Schluss konnten wir paar exklusive Fotos nur für euch machen.
Nach diesem intensiven Arbeitstag haben wir den Rest des Nachmittags ruhig angehen lassen, mit Aktivitäten, die dem doch sehr aus seiner Realität gerissenen Gallus wieder ein bisschen Vertrautheit brachten: Zinn giessen, Weizen mahlen, Schnitzen, Bändeli knüpfen und noch vieles mehr.
Wir möchten uns hiermit auch herzlich bei allen bedanken, die uns mit ins Gebet genommen haben, da wir von Gott reichlich mit stabilem Wetter und sogar dem einen oder anderen Sonnenschein beschenkt wurden.
Wir freuen uns schon, was der morgige Tag mit sich bringt.
Werte Leserinnen und Leser
Wir wissen nicht, was Gallus zum Zmorgen hatte, aber heute war er voll auf Konfrontationskurs.
Der Tag begann damit, dass Gallus das Handy von Lara gefunden hat und schnell bemerkte, welchen Stellenwert dieses in ihrem Leben einnimmt. Somit entschied er sich, damit genau gleich umzugehen, wie mit allen anderen Götzen denen er schon begegnete, und warf es in das nächstgelegene Gewässer, ein Topf voll Wasser.
Der Schock sass tief, doch schnell bemerkte auch Lara, welchen Status das Handy über in ihrem Leben hatte, und wir nutzten den weiteren Morgen, um gemeinsam Dinge, die in unserem Leben einen schlechten Einfluss haben zu konfrontieren.
Nach dieser aufwühlenden Arbeit wollten wir uns alle zur Ruhe setzen, als schon die nächste Konfrontation auf uns wartete. Ein wilder Bär hatte sich ins Lager geschlichen und stahl unser Holz. Doch auch dieses Mal war Gallus bereit und befahl dem Geschöpf, das Gott erschaffen hatte, sein eigenes Holz zu holen. Dies tat es dann auch, und zur Belohnung bekam es eine feine Kinderbratwurst von uns geschenkt.
Den Nachmittag verbrachten wir damit, mit dem noch verbliebenen Holz Feuer zu machen, da Gallus uns noch die Wege seiner Zeit näherbringen wollte.
Wir haben natürlich die schwere Arbeit der anderen, fleissig für euch, mit unseren Geräten dokumentiert.
Langsam gewöhnen wir uns an das Leben mit dem Mönch, und wir können erschöpft, aber zufrieden mit unserer Arbeit zu Bett gehen.
Gute Nacht!
Werte Leserinnen und Leser
Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass unsere Berichterstattung über unsere Begegnung mit Gallus nun ein Ende findet. Doch beginnen wir am Anfang des Tages.
Alles begann damit, dass sich alle Mitglieder der Touristen Gruppe dazu entschieden, Gallus als Dank für alles, was er uns gezeigt hatte, auch einmal die moderne Seite St.Gallens näherzubringen.
Dies taten wir, indem wir ihm in einem Fest die verschiedenen Traditionen und Veranstaltungen St.Gallens präsentierten, von der OLMA über das Kinderfest bis hin zur OFFA. Gallus freute sich unglaublich darüber, Teil dieser schönen St.Galler Kultur zu sein.
Wir genossen die gemeinsame Zeit sehr, doch als wir langsam müde vom Feiern wurden, holte uns die Realität wieder ein. Frau Schönenberger musste zurück in die Stiftsbibliothek, um ihre nächsten Führungen vorzubereiten, und auch die Familie Metzger musste wieder ihren Verpflichtungen in St.Gallen nachgehen, sei es Schule oder Arbeit. Somit hat alles einmal ein Ende ausser die St.Galler Bratwurst, die hat bekanntlich zwei.
Und auch wir haben noch ein zweites Ende für euch bereit. Während unsere schriftliche Berichterstattung hiermit endet, dürft ihr euch bereits auf einen exklusiven Zusammenschnitt unserer intensiven Medienarbeit freuen. Dieser wird hier für unsere treuen Leserinnen und Leser veröffentlicht.
Damit verabschieden wir uns von euch. Euer Gallus-Doku-Medienteam wünscht euch noch ein schönes restliches Wochenende sowie einen guten Start in die neue Woche.
Bis bald!